Es war hoher Seegang
und Timi kotzte und kotzte.
Er wünschte sich, daß das
Schaukeln aufhören
oder, daß er wenigstens ohnmächtig würde.
Sein Gesicht hielt Tim immer
und immer wieder in die Kloschüssel.
Würgte sich die Eingeweide
raus.
Bitte, dachte er, bitte
hör doch auf zu schaukeln.
Mir ist doch so übel.
Bitte.
Um ihn rum standen wohl
Ärzte, was auch immer.
Er mußte würgen.
Als die Fähre endlich
anlegte, warteten sie am Hafen
bereits mit Krankenwagen
oder Helikoptern auf ihn.
Tim war tot.
Er hatte sich die Seele aus
dem Leib gekotzt.
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Überdosis
Er starb letzten
Sonntag an einer
Überdosis Bücher.
Er ist jetzt,
wie die Ärzte sagen,
klinisch tot.
Er schloß bei dem
Wort "Alphabet"
einfach die Augen
und wachte nicht
mehr auf.
Sie sagen,
es gäbe eine
kleine Hoffnung,
daß er eines Tages
in die Realität
zurückfinden würde.
Aber daran glaube ich nicht.
Sonntag an einer
Überdosis Bücher.
Er ist jetzt,
wie die Ärzte sagen,
klinisch tot.
Er schloß bei dem
Wort "Alphabet"
einfach die Augen
und wachte nicht
mehr auf.
Sie sagen,
es gäbe eine
kleine Hoffnung,
daß er eines Tages
in die Realität
zurückfinden würde.
Aber daran glaube ich nicht.
Trudi
Ich stehe auf der Düne
mit Trudi, so heißt meine Kanone.
Ich wohne gleich am Fuße in einer Einmannbaracke,
und mein Befehl lautet:
Feindliche Schiffe versenken.
Die freundliche Bäuerin vom Hinterland
versorgt mich immer mit Komißbrot und bringt die Post.
Seit fünfzig Jahren habe ich keinen Abruf erhalten.
Ich finde, so langsam wäre mal
Fronturlaub angesagt!
Ach, was soll's, Befehl ist Befehl!
Die See ist ruhig, wie seit fünfzig Jahren.
Trudi ist schußbereit, wie seit fünfzig Jahren.
Nur der Feind kommt nicht.
Der Verstand kommt schon gar nicht.
Ach, Trudi; es ist
ein karges Soldatenleben.
mit Trudi, so heißt meine Kanone.
Ich wohne gleich am Fuße in einer Einmannbaracke,
und mein Befehl lautet:
Feindliche Schiffe versenken.
Die freundliche Bäuerin vom Hinterland
versorgt mich immer mit Komißbrot und bringt die Post.
Seit fünfzig Jahren habe ich keinen Abruf erhalten.
Ich finde, so langsam wäre mal
Fronturlaub angesagt!
Ach, was soll's, Befehl ist Befehl!
Die See ist ruhig, wie seit fünfzig Jahren.
Trudi ist schußbereit, wie seit fünfzig Jahren.
Nur der Feind kommt nicht.
Der Verstand kommt schon gar nicht.
Ach, Trudi; es ist
ein karges Soldatenleben.
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entstanden 2000,
Gedichte,
kriegspfad
Trinker vergessen.
Der Alkohol
legt sich über meine wirren Ge-
danken
wie ein Leinentuch
über
den ausgemergelten Leib.
Gießt mich ein
in den Schlaf
und erlöst mich von...
legt sich über meine wirren Ge-
danken
wie ein Leinentuch
über
den ausgemergelten Leib.
Gießt mich ein
in den Schlaf
und erlöst mich von...
Der Fels
Sie nannten ihn den Fels.
Keiner wußte, wie alt er schon war.
Sie wußten, daß er viel gesehen hatte.
Sie respektierten das, ohne es sich
vorstellen zu können.
Wenn sie um den Fels herumgingen,
dann in großem Bogen
und bloß leise.
Der Fels spuckte vielleicht mal
aus. Mehr tat er nicht.
Er war sehr alt und
hatte schon viel gesehen
und starb nie
und sah immer noch.
Da er nicht verrückt werden wollte,
war er unverrückbar.
Keiner wußte, wie alt er schon war.
Sie wußten, daß er viel gesehen hatte.
Sie respektierten das, ohne es sich
vorstellen zu können.
Wenn sie um den Fels herumgingen,
dann in großem Bogen
und bloß leise.
Der Fels spuckte vielleicht mal
aus. Mehr tat er nicht.
Er war sehr alt und
hatte schon viel gesehen
und starb nie
und sah immer noch.
Da er nicht verrückt werden wollte,
war er unverrückbar.
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entstanden 2000,
Gedichte,
wüstenwanderung
Das Ende der Zeit
Ist gekommen
all unsre Gedanken sind verschwommen.
Wir erleben die Abenteuer
in 3d
ohne Schnee
En Passant
drück aufs Gaspedal.
Ja.
Ja.
Nein.
Ja.
Das Ende aller Zeiten
will dir Freude bereiten
oh, my God.
Fährfahrten
auf dem Mississippi
how pretty.
Get down and move it all around.
Outlaw
Das Ende aller Zeiten
all unsre Gedanken sind verschwommen.
Wir erleben die Abenteuer
in 3d
ohne Schnee
En Passant
drück aufs Gaspedal.
Ja.
Ja.
Nein.
Ja.
Das Ende aller Zeiten
will dir Freude bereiten
oh, my God.
Fährfahrten
auf dem Mississippi
how pretty.
Get down and move it all around.
Outlaw
Das Ende aller Zeiten
Gestern
Gestern wußt ich noch zu leben
heute nicht mehr. Du hast mich an-
gerempelt und gründlich
umgekrempelt. Immerneu das alte
Spiel. Von Liebe
und Küssen und Weinen wie
ein Krokodil. Davon
weiß ich nicht viel
und will auch gar nichts wissen,
wo kluge Leute sich das Maul zerrissen.
Will dumm sein und froh
und bleiben, was ich werde...
heute nicht mehr. Du hast mich an-
gerempelt und gründlich
umgekrempelt. Immerneu das alte
Spiel. Von Liebe
und Küssen und Weinen wie
ein Krokodil. Davon
weiß ich nicht viel
und will auch gar nichts wissen,
wo kluge Leute sich das Maul zerrissen.
Will dumm sein und froh
und bleiben, was ich werde...
Obi
Heute bin ich beim Baumarkt vorbeigefahrn.
Dort hab ich mir
11 Liter
Benzin gekauft.
Die hab ich in mein Auto geladn
und bin damit nach Haus.
Dort hab ich sie ausgeladn
und nacheinander ausgkippt.
Die Flüssigkeit im Zimmer
verteilt.
Ich schaute nochmal aus
dem Fenster, als ich
mir die letzte Zigarette an-
zündete.
Dort hab ich mir
11 Liter
Benzin gekauft.
Die hab ich in mein Auto geladn
und bin damit nach Haus.
Dort hab ich sie ausgeladn
und nacheinander ausgkippt.
Die Flüssigkeit im Zimmer
verteilt.
Ich schaute nochmal aus
dem Fenster, als ich
mir die letzte Zigarette an-
zündete.
Gestampftes Ende / Hochmut
Seine Eltern begrub er vor dem Haus.
Drinnen im Werkkeller schmiedete er an dem
Schwert, das ihn befreien sollte. Das Schwert
war endlich fertig, da ging er vor die Türe
und noch weiter hinaus. Auf das Feld zum
Drachen ging er, und sprach:
"Untier! Sieh her, ich komme, dir das Schwert
zwischen die Rippen zu stoßen und dir die Haut abzuziehn."
Der Drache schnaubte Feuer über ihn. Das Schwert schmolz
sogleich in der erhobenen Hand, lief ihm
über den Arm, daß er schrie.
Der Drache aber zertrat den Winselnden am Boden.
Drinnen im Werkkeller schmiedete er an dem
Schwert, das ihn befreien sollte. Das Schwert
war endlich fertig, da ging er vor die Türe
und noch weiter hinaus. Auf das Feld zum
Drachen ging er, und sprach:
"Untier! Sieh her, ich komme, dir das Schwert
zwischen die Rippen zu stoßen und dir die Haut abzuziehn."
Der Drache schnaubte Feuer über ihn. Das Schwert schmolz
sogleich in der erhobenen Hand, lief ihm
über den Arm, daß er schrie.
Der Drache aber zertrat den Winselnden am Boden.
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drachenhöhle,
entstanden 2000,
Gedichte
Die Außerirdischen
Die Erde war wüst und leer
und es landeten auf ihr
ein paar lustige Außerirdische.
Die machten sich einen Spaß
daraus und warfen ein paar
Biozellen in die H2O-Verbindung.
Diese aber fingen sogleich an,
das Gift Sauerstoff zu produzieren.
Dieses wiederum brachte merkwürdige
Lebensformen hervor.
Die hatten nun den Einfall,
sich über ihren Schöpfer
Gedanken zu machen.
Und sie bauten Fernrohre und
Teleskope und
schauten nach Außerirdischen
und es landeten auf ihr
ein paar lustige Außerirdische.
Die machten sich einen Spaß
daraus und warfen ein paar
Biozellen in die H2O-Verbindung.
Diese aber fingen sogleich an,
das Gift Sauerstoff zu produzieren.
Dieses wiederum brachte merkwürdige
Lebensformen hervor.
Die hatten nun den Einfall,
sich über ihren Schöpfer
Gedanken zu machen.
Und sie bauten Fernrohre und
Teleskope und
schauten nach Außerirdischen
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anhalter der galaxis,
entstanden 2000,
Gedichte
Zu Tode
Angst beutelt uns.
Furcht vor dem großen Unbekannten,
etwas, das wir nie kontrollieren,
dem Leben.
Heute springt der Tod jenen,
morgen uns in das Genick.
Die eiskalte Hand der Angst drückt uns
die Kehle zu, bis wir nicht mehr
denken, bis daß wir uns unserem
düsteren Schicksal ergeben.
Angst lähmt uns zu Tode!
Furcht vor dem großen Unbekannten,
etwas, das wir nie kontrollieren,
dem Leben.
Heute springt der Tod jenen,
morgen uns in das Genick.
Die eiskalte Hand der Angst drückt uns
die Kehle zu, bis wir nicht mehr
denken, bis daß wir uns unserem
düsteren Schicksal ergeben.
Angst lähmt uns zu Tode!
Alkohol
Alkohol
Du garantierst mir die Nacht
Frau
Du versprichst mir des Herzen schlagen
Gedicht
Du öffnest mir den Mund
Musik
Du bist die Reine
Zigarette
Dein Verzicht ist meine Aufgabe
Studium
Du bringst mich um
Student
Das Leben rennt, brennt
Liebe
Die Eva küssen müssen
Jugend
Du vergehst einmal mehr
Du garantierst mir die Nacht
Frau
Du versprichst mir des Herzen schlagen
Gedicht
Du öffnest mir den Mund
Musik
Du bist die Reine
Zigarette
Dein Verzicht ist meine Aufgabe
Studium
Du bringst mich um
Student
Das Leben rennt, brennt
Liebe
Die Eva küssen müssen
Jugend
Du vergehst einmal mehr
Das Neil-Young-Gedicht
Lieber Leser. Vorab sei zu diesem Gedicht
gesagt, daß es sich nur zu Neil-Young-Musik
lesen läßt!
Ich schlage also vor, jetzt die geeignete
CD aufzulegen! (Solltest du keine Neil-Young-CD
besitzen, dann verpiß dich doch!)
Aaahhhhh! Gute Stimmung, was?
Ja, Neil-Young hats echt drauf.
Nebenbei bemerkt, während dieses Gedicht
entsteht, läuft natürlich nichts anderes
als Neil-Young.
Wenn in diesem Augenblick draußen die
Welt untergeht, stört das nicht weiter,
denn: es läuft ja Neil-Young.
Nebenbei bemerkt, ich finds geil, daß ich
im 21. Jahrhundert lebe und solche
Gedichte schreiben darf. So völlig
ohne Reimschemata und
aufklärerischem Gedankengut. Man stelle
sich mal den ollen Goethe vor, wenn
er dieses Gedicht in den Reißwolf gibt ! ! !
Neil-Young sei Dank, diese Zeiten sind vorbei.
gesagt, daß es sich nur zu Neil-Young-Musik
lesen läßt!
Ich schlage also vor, jetzt die geeignete
CD aufzulegen! (Solltest du keine Neil-Young-CD
besitzen, dann verpiß dich doch!)
Aaahhhhh! Gute Stimmung, was?
Ja, Neil-Young hats echt drauf.
Nebenbei bemerkt, während dieses Gedicht
entsteht, läuft natürlich nichts anderes
als Neil-Young.
Wenn in diesem Augenblick draußen die
Welt untergeht, stört das nicht weiter,
denn: es läuft ja Neil-Young.
Nebenbei bemerkt, ich finds geil, daß ich
im 21. Jahrhundert lebe und solche
Gedichte schreiben darf. So völlig
ohne Reimschemata und
aufklärerischem Gedankengut. Man stelle
sich mal den ollen Goethe vor, wenn
er dieses Gedicht in den Reißwolf gibt ! ! !
Neil-Young sei Dank, diese Zeiten sind vorbei.
Über die Schönheit
Ein Brief ging rum
und keine durfte ihn öffnen.
Da war eine Frau
mit enormen Titten, die durfte es nicht,
da war eine Frau mit breitem Arsch, die
durfte es nicht, da war eine
Frau mit massigen Schenkeln, die durfte es
auch nicht.
Schließlich kam Miss Piggy,
die öffnete den Brief.
Und sie las:
"Die Schönheit
ist eine Lüge,
und zwar eine
dicke!"
und keine durfte ihn öffnen.
Da war eine Frau
mit enormen Titten, die durfte es nicht,
da war eine Frau mit breitem Arsch, die
durfte es nicht, da war eine
Frau mit massigen Schenkeln, die durfte es
auch nicht.
Schließlich kam Miss Piggy,
die öffnete den Brief.
Und sie las:
"Die Schönheit
ist eine Lüge,
und zwar eine
dicke!"
Zur Kreuzigung
Ich suche den Menschen ohne Probleme.
Denn ich bin überzeugt, daß sein Name Gott lautet.
Probleme sind wie Geld:
Wir WOLLEN sie haben.
Ist das nicht eklig?
Jesus war arm. Jesus hatte auch
keine Probleme.
Er hätte welche haben können, sicher!
Wär es denn für dich ein Problem,
am Kreuz zu verrecken?
Ja?
Dann ist es wohl kein Problem,
wenn die schwangere Freundin die Ehefrau
anruft und mit Selbstmord droht
wenn du von vorneherein von
den Menschen so enttäuscht bist,
daß du dich nicht mehr auf die Straße
traust.
Wünschst du dich denn nicht ans Kreuz.
Nein?
Siehst du, ans Kreuz kommen nämlich nur
die Götter, die Typen ohne Probleme...
Denn ich bin überzeugt, daß sein Name Gott lautet.
Probleme sind wie Geld:
Wir WOLLEN sie haben.
Ist das nicht eklig?
Jesus war arm. Jesus hatte auch
keine Probleme.
Er hätte welche haben können, sicher!
Wär es denn für dich ein Problem,
am Kreuz zu verrecken?
Ja?
Dann ist es wohl kein Problem,
wenn die schwangere Freundin die Ehefrau
anruft und mit Selbstmord droht
wenn du von vorneherein von
den Menschen so enttäuscht bist,
daß du dich nicht mehr auf die Straße
traust.
Wünschst du dich denn nicht ans Kreuz.
Nein?
Siehst du, ans Kreuz kommen nämlich nur
die Götter, die Typen ohne Probleme...
Liebeskrank
Ich stehe in der Wüste,
um braun zu werden.
Plötzlich plagen mich Durstgelüste,
ich wandere los,
eine Oase muß ich finden
oder Verderbn.
Die Sonne steht im Zenit
(übrigens den ganzen Tag schon!)
Ich gehe wohins
mir beliebt
ist ja alles nur Sandboden.
Ich lalle deinen Namen
und hab die Fresse bald voll Sand.
Die Hitze kennt kein
Erbarmen
krustige Haut pellt sich vor Sonnenbrand.
Schließlich kommt es
wie es kommen muß:
ich sterbe in der Einöde,
deine Lippen auf dem Namen.
Zusammenschluß.
Mein Leben war so schnöde!
um braun zu werden.
Plötzlich plagen mich Durstgelüste,
ich wandere los,
eine Oase muß ich finden
oder Verderbn.
Die Sonne steht im Zenit
(übrigens den ganzen Tag schon!)
Ich gehe wohins
mir beliebt
ist ja alles nur Sandboden.
Ich lalle deinen Namen
und hab die Fresse bald voll Sand.
Die Hitze kennt kein
Erbarmen
krustige Haut pellt sich vor Sonnenbrand.
Schließlich kommt es
wie es kommen muß:
ich sterbe in der Einöde,
deine Lippen auf dem Namen.
Zusammenschluß.
Mein Leben war so schnöde!
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entstanden 2000,
Gedichte,
wüstenwanderung
Weißes Blatt Papier
Weißes Blatt Papier
I love you
Du bist so unschuldig,
so youngfräulich
so unbeschreiblich weiß!
Dichter, laß es weiß!
Laß es weiß.
Es ist besser so.
Schreib gar nicht viel
schreib nicht viel.
Du sagst mehr
sagst du nichts!
I love you
Du bist so unschuldig,
so youngfräulich
so unbeschreiblich weiß!
Dichter, laß es weiß!
Laß es weiß.
Es ist besser so.
Schreib gar nicht viel
schreib nicht viel.
Du sagst mehr
sagst du nichts!
Roman Lampenfieber: 7. Kapitel
Hendrik hat den Hörer in die Gabel gehängt, seine Hand verweilt noch auf dem Gerät. Er muß sich zwingen. Hendrik Kruger hebt den Hörer wieder an, wählt die Nummer, sein Ohr: „Anna Teizler.“
„Guten Morgen, Frau Teizler, Kruger hier, ich müßte mal mit ihrem Mann sprechen.“
Anna am anderen Ende der Leitung weiß, daß sich Hendriks aufgesetztes Verhalten nur auf Tarnung begründet, die Lautsprechfunktion könnte eingeschaltet sein oder sonstwas, dennoch tut es ihr weh. Für freundliche Worte hat sie schließlich immer etwas übrig.
„Ja, einen Augenblick, Herr Kruger ... Ja, Teizler, Morgen Hendrik! Wie geht´s dir denn, Junge, hab gehört du bist schon wieder raus ausm Krankenhaus. So, und jetzt sag mal, was ist gestern abend mit dir passiert...?“
„Das kann ich Ihnen nicht so genau erklären...ich hatte, so sagte der Arzt, einen Nervenzusammenbruch.“
„Mensch Junge, so was kommt doch nicht aus heiterem Himmel“, Erwin wird hitzig, „wir mußten die Vorstellung gestern absagen. Kannst du dir vorstellen wie die Leute darauf reagiert haben? Mir ist in meinem Leben noch nie etwas so peinlich geblieben. Und Arthur war plötzlich auch spurlos verschwunden, an sein Handy ging keiner ran. Ich hab sogar noch `ne Kurznachricht geschickt - alles vergebens: Wir mußten die empörten Leute an die Kassen zurückschicken und als ob die Zeit rückwärts liefe, gaben sie die Eintrittskarte ab und bekamen Geld dafür in die Hand. Ihr seid mir ja echt `ne tolle Schauspielertruppe, Arthur hat sich bisher immer noch nicht gemeldet und morgen ist die nächste Aufführung. Verdammt nochmal, ihr wollt mich wohl um Kopf und Kragen bringen! ... Hendrik, du mußt einsehen, daß ich hier die Konsequenzen ziehen muß. Schauspieler, die mir kurz vor dem Aufgehen des Vorhangs mit Lampenfieber zusammenbrechen, kann ich nicht in der Hauptrolle lassen! Du brauchst den Apoll jedenfalls nicht mehr zu spielen. Das heißt nicht, daß ich dich im Schauspielhaus nicht mehr sehen will, aber diese Rolle ist einfach `ne Nummer zu groß für dich. Es ist wohl mein Fehler, daß ich das nicht erkannt habe. Hör zu, ich werd´ mir `was einfallen lassen, jetzt hab ich erst mal genug damit zu tun, die Vorstellung morgen über die Bühne zu kriegen. Ich meld´ mich wieder bei dir.“
„Gut, Herr Teizler.“
“Ja, tschö!”
Hendrik ist wieder alleine. Was soll er mit diesem sonnigen Samstag nur anfangen, es ist noch früh, gleich erst ein Uhr. Was Marlice jetzt wohl gerade unternimmt. Ob sie immer noch in diesem Café arbeitet? Er wird nicht nachschauen. Nichts weiß er von ihr, seit dem Tage, an dem sie plötzlich verschwunden war. Hendrik war im Skiurlaub, es war schön. Nun freute er sich darauf, Marlice alles zu erzählen - naja, vielleicht nicht alles, einen Kuß auf die großen Lippen wollte er ihr aufdrücken - bis sie daran erstickte. Sie war nicht da, als er die Wohnung aufschloß, er spürte etwas Unheilvolles, öffnete die Tür zu ihrem Zimmer: es war nackt, nur weiße Wände und ein leeres Regal.
Hendrik beschließt eine Expidition in den Tierpark zu unternehmen. Bei den Affen läßt es sich besser aushalten als bei den Menschen.
„Guten Morgen, Frau Teizler, Kruger hier, ich müßte mal mit ihrem Mann sprechen.“
Anna am anderen Ende der Leitung weiß, daß sich Hendriks aufgesetztes Verhalten nur auf Tarnung begründet, die Lautsprechfunktion könnte eingeschaltet sein oder sonstwas, dennoch tut es ihr weh. Für freundliche Worte hat sie schließlich immer etwas übrig.
„Ja, einen Augenblick, Herr Kruger ... Ja, Teizler, Morgen Hendrik! Wie geht´s dir denn, Junge, hab gehört du bist schon wieder raus ausm Krankenhaus. So, und jetzt sag mal, was ist gestern abend mit dir passiert...?“
„Das kann ich Ihnen nicht so genau erklären...ich hatte, so sagte der Arzt, einen Nervenzusammenbruch.“
„Mensch Junge, so was kommt doch nicht aus heiterem Himmel“, Erwin wird hitzig, „wir mußten die Vorstellung gestern absagen. Kannst du dir vorstellen wie die Leute darauf reagiert haben? Mir ist in meinem Leben noch nie etwas so peinlich geblieben. Und Arthur war plötzlich auch spurlos verschwunden, an sein Handy ging keiner ran. Ich hab sogar noch `ne Kurznachricht geschickt - alles vergebens: Wir mußten die empörten Leute an die Kassen zurückschicken und als ob die Zeit rückwärts liefe, gaben sie die Eintrittskarte ab und bekamen Geld dafür in die Hand. Ihr seid mir ja echt `ne tolle Schauspielertruppe, Arthur hat sich bisher immer noch nicht gemeldet und morgen ist die nächste Aufführung. Verdammt nochmal, ihr wollt mich wohl um Kopf und Kragen bringen! ... Hendrik, du mußt einsehen, daß ich hier die Konsequenzen ziehen muß. Schauspieler, die mir kurz vor dem Aufgehen des Vorhangs mit Lampenfieber zusammenbrechen, kann ich nicht in der Hauptrolle lassen! Du brauchst den Apoll jedenfalls nicht mehr zu spielen. Das heißt nicht, daß ich dich im Schauspielhaus nicht mehr sehen will, aber diese Rolle ist einfach `ne Nummer zu groß für dich. Es ist wohl mein Fehler, daß ich das nicht erkannt habe. Hör zu, ich werd´ mir `was einfallen lassen, jetzt hab ich erst mal genug damit zu tun, die Vorstellung morgen über die Bühne zu kriegen. Ich meld´ mich wieder bei dir.“
„Gut, Herr Teizler.“
“Ja, tschö!”
Hendrik ist wieder alleine. Was soll er mit diesem sonnigen Samstag nur anfangen, es ist noch früh, gleich erst ein Uhr. Was Marlice jetzt wohl gerade unternimmt. Ob sie immer noch in diesem Café arbeitet? Er wird nicht nachschauen. Nichts weiß er von ihr, seit dem Tage, an dem sie plötzlich verschwunden war. Hendrik war im Skiurlaub, es war schön. Nun freute er sich darauf, Marlice alles zu erzählen - naja, vielleicht nicht alles, einen Kuß auf die großen Lippen wollte er ihr aufdrücken - bis sie daran erstickte. Sie war nicht da, als er die Wohnung aufschloß, er spürte etwas Unheilvolles, öffnete die Tür zu ihrem Zimmer: es war nackt, nur weiße Wände und ein leeres Regal.
Hendrik beschließt eine Expidition in den Tierpark zu unternehmen. Bei den Affen läßt es sich besser aushalten als bei den Menschen.
Labels:
entstanden 2000,
Roman: Lampenfieber
Über das Glück
Ich war ein reicher König
und konnte mir alles kaufen.
Eines Tages kam ein Händler vorbei
und verkaufte mir einen Sack Schönheit.
Der Sack Schönheit steht jetzt in meinem
Schlafzimmer und schaut mich von der Seite
an.
Ich habe ihn gekauft und jetzt mag ich
ihn nicht öffnen, is schon komisch oder?
Als ich mich einmal ziemlich niedergeschlagen
fühlte, öffnete ich ihn aber doch,
und ich stand auf einem Feld,
nichts in den Taschen
außer Glück.
So ist das also mit der Schönheit.
Ihren Erwerb sollte man sich gut überlegen, denn:
Nicht jeder ist zufrieden mit
nichts weiter
als Taschen voller Glück.
und konnte mir alles kaufen.
Eines Tages kam ein Händler vorbei
und verkaufte mir einen Sack Schönheit.
Der Sack Schönheit steht jetzt in meinem
Schlafzimmer und schaut mich von der Seite
an.
Ich habe ihn gekauft und jetzt mag ich
ihn nicht öffnen, is schon komisch oder?
Als ich mich einmal ziemlich niedergeschlagen
fühlte, öffnete ich ihn aber doch,
und ich stand auf einem Feld,
nichts in den Taschen
außer Glück.
So ist das also mit der Schönheit.
Ihren Erwerb sollte man sich gut überlegen, denn:
Nicht jeder ist zufrieden mit
nichts weiter
als Taschen voller Glück.
Schußwaffe
Er lud seine Waffe und ging los.
Als erstes begegnete ihm ein kleines Mädchen.
Es fiel ihm schwer.
Jedoch hatte er den Entschluß schon gefaßt.
Er schoß es nieder und ging weiter.
Die schreiende Mutter stürzte aus dem Haus.
Auch sie schoß er nieder.
Nach einer Weile sah er sich umringt von Polizeistreifen.
„Nehmen Sie die Hände über den Kopf und legen Sie sich flach auf den Boden“, rief sie.
Er erschoß eine erschreckte Katze am Straßen-
rand.
Die Scharfschützen blickten fragend zum Kommandanten.
Der Kommandant stand mit erhobenem Arm:
„Legen Sie die Waffe weg oder wir schießen!“
Er wurde unsichtbar und ermordete sie.
Jetzt regierte er, nach gefaßtem Entschluß,
die Welt.
Wer dagegen sprach, wurde augenblicklich erschossen.
Als erstes begegnete ihm ein kleines Mädchen.
Es fiel ihm schwer.
Jedoch hatte er den Entschluß schon gefaßt.
Er schoß es nieder und ging weiter.
Die schreiende Mutter stürzte aus dem Haus.
Auch sie schoß er nieder.
Nach einer Weile sah er sich umringt von Polizeistreifen.
„Nehmen Sie die Hände über den Kopf und legen Sie sich flach auf den Boden“, rief sie.
Er erschoß eine erschreckte Katze am Straßen-
rand.
Die Scharfschützen blickten fragend zum Kommandanten.
Der Kommandant stand mit erhobenem Arm:
„Legen Sie die Waffe weg oder wir schießen!“
Er wurde unsichtbar und ermordete sie.
Jetzt regierte er, nach gefaßtem Entschluß,
die Welt.
Wer dagegen sprach, wurde augenblicklich erschossen.
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