Das merkwürdige an diesem Planeten war, daß
ich keinen Schimmer hatte, wo Osten war.
Das war umso schlimmer, als meine Gitarre
zerbrochen neben mir lag.
Und ich war ganz allein hier.
Um mich herum war es rote Wüste.
Berge, Klüfte, kein Anzeichen von Leben außer mir.
Ich zündete mir die Vorletzte Zigarette an und
dachte an morgen:
Ich mußte den Bericht fertig schreiben. Für wen,
hatte ich vergessen, ich glaube, für den Bericht selbst.
Ich schenkte mir das Vorletzte Glas Wein ein
und sinnierte über meine Lage.
Dann las ich eine Weile in dem neuen Kudrun-Epos,
eine faszinierende Geschichte von Liebe, Tod und
Eifersucht.
Ich sah eine Fatamorgana, die Evas Gesichts-
züge trug.
Die Maske bröckelte langsam ab und gab das
Innere einer verborgenen Grotte frei. Hier
gab es einen nimmer-versiegenden Zigarettenautomaten
und einen endlosen Weinschlauch.
Ich überlegte, ob ich mein Raumschiff der Selbstzerstörung
anheim geben sollte,
entschied mich aber doch
zum langsamen Rückzug.
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Die Außerirdischen
Die Erde war wüst und leer
und es landeten auf ihr
ein paar lustige Außerirdische.
Die machten sich einen Spaß
daraus und warfen ein paar
Biozellen in die H2O-Verbindung.
Diese aber fingen sogleich an,
das Gift Sauerstoff zu produzieren.
Dieses wiederum brachte merkwürdige
Lebensformen hervor.
Die hatten nun den Einfall,
sich über ihren Schöpfer
Gedanken zu machen.
Und sie bauten Fernrohre und
Teleskope und
schauten nach Außerirdischen
und es landeten auf ihr
ein paar lustige Außerirdische.
Die machten sich einen Spaß
daraus und warfen ein paar
Biozellen in die H2O-Verbindung.
Diese aber fingen sogleich an,
das Gift Sauerstoff zu produzieren.
Dieses wiederum brachte merkwürdige
Lebensformen hervor.
Die hatten nun den Einfall,
sich über ihren Schöpfer
Gedanken zu machen.
Und sie bauten Fernrohre und
Teleskope und
schauten nach Außerirdischen
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anhalter der galaxis,
entstanden 2000,
Gedichte
Weite.
Wir entfernten uns vom Heimatplaneten.
schwebten durch den Raum
ohne Anziehung, ohne Ziel.
Weite.
Ich streckte meine Hand nach dir aus
und griff ins Nichts
Da war nichts um mich her außer
Weite.
Mein Gott, so allein, dachte ich,
bist Du , Mensch. Aber
wer hört das hier draußen?
Endlos ziehen sich die Sterne
wohin man schaut.
Ist das, was ich sehe wahr?
Kann ich niemals ausbrechen
aus dieser
Weite?
Ich konnte fliegen;
wenigstens ein Stück weit.
schwebten durch den Raum
ohne Anziehung, ohne Ziel.
Weite.
Ich streckte meine Hand nach dir aus
und griff ins Nichts
Da war nichts um mich her außer
Weite.
Mein Gott, so allein, dachte ich,
bist Du , Mensch. Aber
wer hört das hier draußen?
Endlos ziehen sich die Sterne
wohin man schaut.
Ist das, was ich sehe wahr?
Kann ich niemals ausbrechen
aus dieser
Weite?
Ich konnte fliegen;
wenigstens ein Stück weit.
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anhalter der galaxis,
entstanden 2001-2005,
Gedichte
brief an einen marsmensch
ich lebe in einer gesellschaft,
in der ein grundsatz gilt:
habe absolut keine ahnung,
aber tu so, als wüßtest du
über alles bescheid!
die menschen hier unten auf der
erde nehmen diesen grundsatz
sehr ernst und weichen keinen
tag von ihm ab.
oben auf dem speicher
hab ich gestern ein altes wort
gefunden. ich pustete ihm den
staub runter:
"demut"
es war ein hübsches kleines
wort, jeder sagte mir seine
bedeutung, aber keiner hatte
so wirklich 'ne ahnung.
in der ein grundsatz gilt:
habe absolut keine ahnung,
aber tu so, als wüßtest du
über alles bescheid!
die menschen hier unten auf der
erde nehmen diesen grundsatz
sehr ernst und weichen keinen
tag von ihm ab.
oben auf dem speicher
hab ich gestern ein altes wort
gefunden. ich pustete ihm den
staub runter:
"demut"
es war ein hübsches kleines
wort, jeder sagte mir seine
bedeutung, aber keiner hatte
so wirklich 'ne ahnung.
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anhalter der galaxis,
entstanden 2007,
Gedichte
Außerirdischer
Nach ihrer Zeitrechnung bin ich vor etwa zehn Jahren gelandet. Wenn mich hier niemand aufliest, ist es zwecklos. Das Material ist total versandet. Ich halte wenig Kontakt zu den Bewohnern. Sie sind alle
schleimig. Die dollsten Geschöpfe unter ihnen behängen sich mit Stoff und Steinen. So schützen sie sich vor ihrem Stern und seiner Strahlung. Obwohl sie daran schuld ist, daß ich hier nicht wegkomme, gefällt sie mir am besten. Wohl, weil sie mich an zu Hause erinnert. Die Wüste. Ich durchwandere sie schon zehn Jahre lang. Spaziergänge um das versandete Material. Und immer schaue ich in den klaren Himmel. Ob mich jemand hier rausholt?
schleimig. Die dollsten Geschöpfe unter ihnen behängen sich mit Stoff und Steinen. So schützen sie sich vor ihrem Stern und seiner Strahlung. Obwohl sie daran schuld ist, daß ich hier nicht wegkomme, gefällt sie mir am besten. Wohl, weil sie mich an zu Hause erinnert. Die Wüste. Ich durchwandere sie schon zehn Jahre lang. Spaziergänge um das versandete Material. Und immer schaue ich in den klaren Himmel. Ob mich jemand hier rausholt?
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anhalter der galaxis,
entstanden 2001,
Kurzprosa
An diesem Abend
An diesem Abend
wurde es diesig.
Ich stand auf den Feldern
und entfernt flimmerten die Stadtlichter.
An diesem Abend
betrachtete ich die Wolkenfetzen.
Sie versuchten das große Sternenzelt zu bedecken,
doch gelang es ihnen nicht.
Sie erinnerten mich
an eine junge Frau im Negligé
Sie sollten kleiden
---.
An diesem Abend
saß ich auf meinem großen Lieblingsstein.
Ich bewunderte gerade die Stille,
als ein Ufo landete, direkt vor meinen Füßen.
Mit starkem Akzent
fragten mich die Außeridischen
nach dem Weg zum McDonald's.
Ich wies ihnen die richtige Richtung.
An diesem Abend
war ich allein;
und war es doch nicht!
wurde es diesig.
Ich stand auf den Feldern
und entfernt flimmerten die Stadtlichter.
An diesem Abend
betrachtete ich die Wolkenfetzen.
Sie versuchten das große Sternenzelt zu bedecken,
doch gelang es ihnen nicht.
Sie erinnerten mich
an eine junge Frau im Negligé
Sie sollten kleiden
---.
An diesem Abend
saß ich auf meinem großen Lieblingsstein.
Ich bewunderte gerade die Stille,
als ein Ufo landete, direkt vor meinen Füßen.
Mit starkem Akzent
fragten mich die Außeridischen
nach dem Weg zum McDonald's.
Ich wies ihnen die richtige Richtung.
An diesem Abend
war ich allein;
und war es doch nicht!
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anhalter der galaxis,
entstanden 2000,
Gedichte
Astronaut
Ich höre meinen Atem im Helm
Sonst nichts.
Ich sehe den roten Sand und eine ferne Sonne
Sonst nichts.
Ich rieche das Nasa-Plastik der Anzugschläuche
Sonst nichts.
Ich fühle durch den Handschuh außerirdisches Gestein
Sonst nichts.
Ich schmecke die Sehnsucht
nach der Erde.
Sonst nichts.
Ich sehe den roten Sand und eine ferne Sonne
Sonst nichts.
Ich rieche das Nasa-Plastik der Anzugschläuche
Sonst nichts.
Ich fühle durch den Handschuh außerirdisches Gestein
Sonst nichts.
Ich schmecke die Sehnsucht
nach der Erde.
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anhalter der galaxis,
entstanden 2001,
Gedichte
Sternennacht
Ich klettere die Feuerleiter hoch
aufs Dach, denn heute will ich
mir die Sterne einmal genauer
ansehen.
Ich habe die Taschenlampe dabei,
das Buch mit den Sternbildern,
den Festivalhocker mit, die Ski-
hose an, das Fernglas umgehängt,
die Walkman-Musik in der Tasche
und den warmen schwarzen Tee
mit Milch in der Thermosflasche,
ich passe kaum durch die enge
aluminium-umspannte Leiter.
Doch ich schaffte es bis aufs Dach,
brachte mich in Position und
schaute in die sternklare Nacht.
Da zogen sie vorbei, die Großen:
Der Löwe, der Stier mit den Pleja-
den, die Zwillinge Castor und
Pollux, der Fuhrmann, Orion,
der große Hund mit Sirius...
sogar den Krebs erkannte ich
mit seinen lichtschwachen
Sternen zwischen Löwe und
Zwilling.
Ich blieb solange bis meine Knie
zwei Eiskolben geworden waren.
Dann stieg ich wieder hinab in
meine Kellerwohnung, mein
Loch und meine warme Höhle,
und war glücklich, sie alle da oben
gesehen zu haben.
aufs Dach, denn heute will ich
mir die Sterne einmal genauer
ansehen.
Ich habe die Taschenlampe dabei,
das Buch mit den Sternbildern,
den Festivalhocker mit, die Ski-
hose an, das Fernglas umgehängt,
die Walkman-Musik in der Tasche
und den warmen schwarzen Tee
mit Milch in der Thermosflasche,
ich passe kaum durch die enge
aluminium-umspannte Leiter.
Doch ich schaffte es bis aufs Dach,
brachte mich in Position und
schaute in die sternklare Nacht.
Da zogen sie vorbei, die Großen:
Der Löwe, der Stier mit den Pleja-
den, die Zwillinge Castor und
Pollux, der Fuhrmann, Orion,
der große Hund mit Sirius...
sogar den Krebs erkannte ich
mit seinen lichtschwachen
Sternen zwischen Löwe und
Zwilling.
Ich blieb solange bis meine Knie
zwei Eiskolben geworden waren.
Dann stieg ich wieder hinab in
meine Kellerwohnung, mein
Loch und meine warme Höhle,
und war glücklich, sie alle da oben
gesehen zu haben.
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anhalter der galaxis,
entstanden 2007,
Gedichte
Menschheitserinnerung
Der Erde ist es egal, ob ihre Atmosphäre aus Schwefel oder Kohlenmonoxid besteht. Sie umkreist weiter gelassen die Sonne, milliardenmal.
Es gab mal eine Zeit, da lebten Wesen auf ihr, denen war das nicht egal: Sie hielten sich selbst für intelligent, aber sie waren so unvorstellbar dumm, daß sie nichtmal 1 + 1 zusammenzählen konnten. Es gibt sie schon lange nicht mehr auf der Erde, und auch das ist ihr egal. Sie hatten sich damals, zusammen mit ihrer Sauerstoffatmosphäre und allen anderen biologischen Lebensformen, atomar in den Weltraum geblasen. Ich fragte die Erde, ob sie mir nicht noch mehr von diesen merkwürdig einfältigen Wesen erzählenkonnte. Waren sie denn wirklich völlig unfähig, zu l i e b e n ? Die Erde dachte sehr angestrengt nach, aber sie konnnte sich, so leid es ihr tat und so gerne sie mir auch eine Antwort darauf gegeben hätte, einfach nicht mehr richtig an die Menschen erinnern.
Es gab mal eine Zeit, da lebten Wesen auf ihr, denen war das nicht egal: Sie hielten sich selbst für intelligent, aber sie waren so unvorstellbar dumm, daß sie nichtmal 1 + 1 zusammenzählen konnten. Es gibt sie schon lange nicht mehr auf der Erde, und auch das ist ihr egal. Sie hatten sich damals, zusammen mit ihrer Sauerstoffatmosphäre und allen anderen biologischen Lebensformen, atomar in den Weltraum geblasen. Ich fragte die Erde, ob sie mir nicht noch mehr von diesen merkwürdig einfältigen Wesen erzählenkonnte. Waren sie denn wirklich völlig unfähig, zu l i e b e n ? Die Erde dachte sehr angestrengt nach, aber sie konnnte sich, so leid es ihr tat und so gerne sie mir auch eine Antwort darauf gegeben hätte, einfach nicht mehr richtig an die Menschen erinnern.
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anhalter der galaxis,
entstanden 2007,
Kurzprosa
Blue Bird
Unheimliche Stille lastete
auf der einsamen Raumstation.
Blue Bird war das einzige
weibliche Wesen auf der Station.
Wir sind 36 Männer und 1 Frau.
Ich fühlte mich nicht gut, aber ich
wußte, daß Blue Bird sich nicht
besser fühlen würde.
Sie hatte die einzigen Titten
an Bord und die einzige Muschi.
Das war zuviel für 36 Mann Besatzung.
Sie fielen über sie her
wie wilde Tiere.
37 Mann Besatzung,
keine Frau.
auf der einsamen Raumstation.
Blue Bird war das einzige
weibliche Wesen auf der Station.
Wir sind 36 Männer und 1 Frau.
Ich fühlte mich nicht gut, aber ich
wußte, daß Blue Bird sich nicht
besser fühlen würde.
Sie hatte die einzigen Titten
an Bord und die einzige Muschi.
Das war zuviel für 36 Mann Besatzung.
Sie fielen über sie her
wie wilde Tiere.
37 Mann Besatzung,
keine Frau.
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anhalter der galaxis,
entstanden 2007,
Gedichte
Nichrtraucherplanet
Ich saß am Steuerknüppel meiner Raumkapsel und fuhr einen kleinen Rastplaneten an. Ich öffnete quietschend die Halbkugel aus Plastik und ließ die Sonne rein. Ich wollte mir gerade eine anstecken, da blickte ich im letzten Moment auf das Schild vor mir:
Die Kippe unangezündet im Mund ließ ich das Feuerzeug wieder sinken. Dann nahm ich auch die Zigarette aus den trockenen Lippen und fragte einen Passanten auf dem Rastplaneten: "Was ist denn los? Wieso darf man hier nicht rauchen?" Der Passant antwortete: "Das liegt an unserer Atmosphäre. Die ist so empfindlich, und wenn hier jemand raucht, verändert das gleich das ganze Klima!"
RAUCHEN BEI TODESSTRAFE VERBOTEN
Die Kippe unangezündet im Mund ließ ich das Feuerzeug wieder sinken. Dann nahm ich auch die Zigarette aus den trockenen Lippen und fragte einen Passanten auf dem Rastplaneten: "Was ist denn los? Wieso darf man hier nicht rauchen?" Der Passant antwortete: "Das liegt an unserer Atmosphäre. Die ist so empfindlich, und wenn hier jemand raucht, verändert das gleich das ganze Klima!"
Explosion
Mit einemmal machte die Erde
einen Knall
und es gab sie nicht mehr.
Ihre Teile flogen im unendlichen
Weltall umher.
Einige fielen zurück zur Sonne
andere machten sich auf
die Reise.
Zu neuen Planeten, Sternen
und Galaxien.
Ein Toaster kam schließlich
an einem abgelegenen Spiralarm
vorbei. Dort lebte ein
Toastervolk. Sie nahmen
ihn freundlich auf
und gaben ihm Toast
zu essen.
Da war der Toaster glücklich!
einen Knall
und es gab sie nicht mehr.
Ihre Teile flogen im unendlichen
Weltall umher.
Einige fielen zurück zur Sonne
andere machten sich auf
die Reise.
Zu neuen Planeten, Sternen
und Galaxien.
Ein Toaster kam schließlich
an einem abgelegenen Spiralarm
vorbei. Dort lebte ein
Toastervolk. Sie nahmen
ihn freundlich auf
und gaben ihm Toast
zu essen.
Da war der Toaster glücklich!
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anhalter der galaxis,
entstanden 2000,
Gedichte
Frau im Weltraum
"Gehen Sie zurück auf ihre Station", sagte der Mensch, der mir meine Einsamkeit zuerst noch einsamer machen wollte. Also trottete ich zurück, aber nicht auf meine Station, sondern erstmal in meine Kabine, mich duschen. Auf der Erde hatte meine Dusche, mein Bad, keine Fenster gehabt. Hier im Weltraum besaß sie dagegen ein kleines Bullauge, das meistens schwarz gewesen war. Ich streifte diese Uniform ab und BH und Schlüpfer und sprang schnell unter das warme Wasser. Die Haare machte ich mir nicht naß. Schließlich riß ich dann noch die letzten Stunden auf der Station ab. Datenkram erledigen. Immer noch, nach wieviel Jahrhunderten? kamen einige Unteroffiziere nicht mit meiner Position hier klar. Am liebsten hätte ich sie manchmal in den Orbit gefeuert, aber das untersagten mir meine Dienstvorschriften.
Ob er noch kommen wird? Ich lese jetzt schon zum drittenmal im gleichen Buch, aber eigentlich les ich gar nicht, sondern warte nur auf ihn... meine Augen sind nun schon zum fünftenmal über denselben Satz geglitten, da klopft es endlich. Vielmehr ist es ein elektrisch erzeugter Ton. Ich lasse ihn rein, küsse ihn. Er hat sich zuletzt rasiert heute morgen, ich habe es gesehen, und jetzt kratzte er mich schon wieder im Gesicht.
"Du, es gibt Gerüchte...", sagt er mir.
"Was für Gerüchte?"
"Na, über uns. Ich glaube, sie riechen es langsam..."
"Ich glaube, du spinnst. Komm her", ich wollte ihn nochmal küssen, damit er aufhört, von Unmöglichkeiten zu reden. Diesmal hatte er angebissen, wir tapsten uns küssend durchs Zimmer bis zu meinem Bett.
Der Wecker ging um 5:20. Ich hab nie verstanden, warum man auch noch im Weltraum vor Sonnenaufgang rausmuß? Charles war wie immer blitzschnell angezogen. Die Uniform stand ihm wirklich ausgezeichnet.
"Das wird heute wieder ein langer Tag", sagte ich, ohne dich, dachte ich... "Gestern hatte ich endlich das Gespräch beim Captain."
"Und!", stürzte es aus ihm. „Wieso hast du davon denn nichts erzählt?“
"Weiß nicht, wollte noch darüber schlafen."
"Du meinst, mit mir darüber schlafen." Ich kicherte, denn er hatte ja gar nicht so unrecht damit.
"Eine Woche, Charles. Dann muß ich fort." Ich sah ihm ernst in seine braunen Augen. Er war bestürzt.
"Hast du denn nicht versucht..."
"Natürlich!"
"Hm."
"Es war nichts zu machen." In einer Woche würde ich mit dem Versorgungsschiff zur Erde mitfahren. Ohne meinen Charles. Es war auch besser so, wenn die Gerüchteküche eh schon am Brodeln war.
"Nach allem, was war, gehst du einfach so." Jetzt wurde Charles sarkastisch, wie ich fand.
"Glaubst du, es ist leicht für mich? Du, da gab es einfach nichts dran zu machen", log ich. "Die
Firmenleitung hat es von ganz oben beschlossen." Es war Zeit, daß endlich wieder etwas passierte in meinem Leben. Zwei Jahre auf einer Raumstation, das ist doch kein Leben für eine Frau von Welt! Wenn der arme Charles hier wüßte... Er hält sich wirklich für den einzigen. Ich muß einfach hier weg, bevor es unangenehme Verstrickungen gibt. Ich hasse Eifersuchtsszenen. Besser jetzt freiwillig als später gezwungenermaßen...
Wir gingen auf unsere Stationen. Ich arbeitete leitend im medizinischen Labor. Wir untersuchten extraterrestrische Mikroben und Algen, die wir vor einem Jahr auf Nelpa-5 gefunden hatten.
Das Versorgungsschiff kam, und Charlie verabschiedete sich vor den anderen in der Öffentlichkeit absichtlich teilnahmslos. Der Hurenbock, wovor hat er denn jetzt noch Angst? Daß ihm die Kollegen keinem Respekt zollen, dafür, daß er mich gekriegt hat? Er könnte ruhig ein bißchen mehr verstohlen prahlen, finde ich.
Auf dem Versorgungsschiff gibt es eine kleine Lounge, in die ich mich gleich am ersten Abend hin verirre. Und ich lerne prompt einen Captain dort kennen. Sein Schiff liegt auf Reparatur in den Raum-Docks und er macht jetzt Zwangsurlaub auf der Erde. Familie? Ja, eine Frau und eine Tochter. Sie leben auf der Mond-Alphabasis. Aber er will zuerst einmal zurück auf die Erde, ein bißchen surfen. Ja, das kann man auf Raumschiffen zugegebenermaßen schlecht, surfen gehen. Es ist spät geworden. Es schickt sich nicht, gleich am ersten Abend soviel zu plaudern, also verabschiede ich mich von meinem Captain und suche meine Kabine auf. Sie ist natürlich kleiner und spartanischer eingerichtet, als die auf unserem Forschungsschiff. Aber ich geb mich auch mit ner Nummer kleiner zufrieden. Und sie ist doch recht gemütlich, meine Kabine, für ein Versorgungsschiff!
Ich hab schon mein Nachthemd an, als es anklopft. Ich schaue zum LCD-Türspicker und spüre, wie ich rot werden. Nein Clara, jetzt nicht, ich schlucke, die Farbe runterschlucken, versuche es...
"Captain, was kann ich so spät noch für Sie tun?", versuche ich gelassen durch die Sprechanlage zu hauchen.
"Nun, mein Fräulein, häm, Verzeihung, meine Dame, ich hätte Ihnen da noch... einen kleinen
Schlummertrunk anzubieten", und er schwenkte, leicht verlegen, mit einer mattgrünen Cognac-Flasche.
"Gestatten Sie?"
"Ich muß mir was überziehen", sagte ich zu schnell. Ich griff mir den Bademantel und zog ihn über mein Nachthemd. Ich konnte gar nicht darüber nachdenken, was ich tat, ich drückte auf den Türöffner und ließ den Captain zu mir rein. Der Captain war wirklich ein Mensch von feinen Manieren. Mich so zu überfallen, mitten in der Nacht! Noch dazu hatten wir uns ja heute erst kennengelernt... Ich dachte an Charles und daran, daß wir erst letzte Nacht zum letztenmal, für immer? miteinander geschlafen hatten. Was war ich bloß für ein Flittchen. Jetzt, eine Nacht darauf, würde ich es mit diesem schmucken Captain hier tun...
Es gibt nicht viele Frauen im Weltraum, immer noch nicht, seit wieviel hundert Jahren? Aber diejenigen, die es gibt, kommen bestimmt auf ihre Kosten.
Ob er noch kommen wird? Ich lese jetzt schon zum drittenmal im gleichen Buch, aber eigentlich les ich gar nicht, sondern warte nur auf ihn... meine Augen sind nun schon zum fünftenmal über denselben Satz geglitten, da klopft es endlich. Vielmehr ist es ein elektrisch erzeugter Ton. Ich lasse ihn rein, küsse ihn. Er hat sich zuletzt rasiert heute morgen, ich habe es gesehen, und jetzt kratzte er mich schon wieder im Gesicht.
"Du, es gibt Gerüchte...", sagt er mir.
"Was für Gerüchte?"
"Na, über uns. Ich glaube, sie riechen es langsam..."
"Ich glaube, du spinnst. Komm her", ich wollte ihn nochmal küssen, damit er aufhört, von Unmöglichkeiten zu reden. Diesmal hatte er angebissen, wir tapsten uns küssend durchs Zimmer bis zu meinem Bett.
Der Wecker ging um 5:20. Ich hab nie verstanden, warum man auch noch im Weltraum vor Sonnenaufgang rausmuß? Charles war wie immer blitzschnell angezogen. Die Uniform stand ihm wirklich ausgezeichnet.
"Das wird heute wieder ein langer Tag", sagte ich, ohne dich, dachte ich... "Gestern hatte ich endlich das Gespräch beim Captain."
"Und!", stürzte es aus ihm. „Wieso hast du davon denn nichts erzählt?“
"Weiß nicht, wollte noch darüber schlafen."
"Du meinst, mit mir darüber schlafen." Ich kicherte, denn er hatte ja gar nicht so unrecht damit.
"Eine Woche, Charles. Dann muß ich fort." Ich sah ihm ernst in seine braunen Augen. Er war bestürzt.
"Hast du denn nicht versucht..."
"Natürlich!"
"Hm."
"Es war nichts zu machen." In einer Woche würde ich mit dem Versorgungsschiff zur Erde mitfahren. Ohne meinen Charles. Es war auch besser so, wenn die Gerüchteküche eh schon am Brodeln war.
"Nach allem, was war, gehst du einfach so." Jetzt wurde Charles sarkastisch, wie ich fand.
"Glaubst du, es ist leicht für mich? Du, da gab es einfach nichts dran zu machen", log ich. "Die
Firmenleitung hat es von ganz oben beschlossen." Es war Zeit, daß endlich wieder etwas passierte in meinem Leben. Zwei Jahre auf einer Raumstation, das ist doch kein Leben für eine Frau von Welt! Wenn der arme Charles hier wüßte... Er hält sich wirklich für den einzigen. Ich muß einfach hier weg, bevor es unangenehme Verstrickungen gibt. Ich hasse Eifersuchtsszenen. Besser jetzt freiwillig als später gezwungenermaßen...
Wir gingen auf unsere Stationen. Ich arbeitete leitend im medizinischen Labor. Wir untersuchten extraterrestrische Mikroben und Algen, die wir vor einem Jahr auf Nelpa-5 gefunden hatten.
Das Versorgungsschiff kam, und Charlie verabschiedete sich vor den anderen in der Öffentlichkeit absichtlich teilnahmslos. Der Hurenbock, wovor hat er denn jetzt noch Angst? Daß ihm die Kollegen keinem Respekt zollen, dafür, daß er mich gekriegt hat? Er könnte ruhig ein bißchen mehr verstohlen prahlen, finde ich.
Auf dem Versorgungsschiff gibt es eine kleine Lounge, in die ich mich gleich am ersten Abend hin verirre. Und ich lerne prompt einen Captain dort kennen. Sein Schiff liegt auf Reparatur in den Raum-Docks und er macht jetzt Zwangsurlaub auf der Erde. Familie? Ja, eine Frau und eine Tochter. Sie leben auf der Mond-Alphabasis. Aber er will zuerst einmal zurück auf die Erde, ein bißchen surfen. Ja, das kann man auf Raumschiffen zugegebenermaßen schlecht, surfen gehen. Es ist spät geworden. Es schickt sich nicht, gleich am ersten Abend soviel zu plaudern, also verabschiede ich mich von meinem Captain und suche meine Kabine auf. Sie ist natürlich kleiner und spartanischer eingerichtet, als die auf unserem Forschungsschiff. Aber ich geb mich auch mit ner Nummer kleiner zufrieden. Und sie ist doch recht gemütlich, meine Kabine, für ein Versorgungsschiff!
Ich hab schon mein Nachthemd an, als es anklopft. Ich schaue zum LCD-Türspicker und spüre, wie ich rot werden. Nein Clara, jetzt nicht, ich schlucke, die Farbe runterschlucken, versuche es...
"Captain, was kann ich so spät noch für Sie tun?", versuche ich gelassen durch die Sprechanlage zu hauchen.
"Nun, mein Fräulein, häm, Verzeihung, meine Dame, ich hätte Ihnen da noch... einen kleinen
Schlummertrunk anzubieten", und er schwenkte, leicht verlegen, mit einer mattgrünen Cognac-Flasche.
"Gestatten Sie?"
"Ich muß mir was überziehen", sagte ich zu schnell. Ich griff mir den Bademantel und zog ihn über mein Nachthemd. Ich konnte gar nicht darüber nachdenken, was ich tat, ich drückte auf den Türöffner und ließ den Captain zu mir rein. Der Captain war wirklich ein Mensch von feinen Manieren. Mich so zu überfallen, mitten in der Nacht! Noch dazu hatten wir uns ja heute erst kennengelernt... Ich dachte an Charles und daran, daß wir erst letzte Nacht zum letztenmal, für immer? miteinander geschlafen hatten. Was war ich bloß für ein Flittchen. Jetzt, eine Nacht darauf, würde ich es mit diesem schmucken Captain hier tun...
Es gibt nicht viele Frauen im Weltraum, immer noch nicht, seit wieviel hundert Jahren? Aber diejenigen, die es gibt, kommen bestimmt auf ihre Kosten.
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